Gesundheitsbroschüren

Informationen und Beratung

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Damit Sie die Möglichkeit haben, die erhaltenen Informationen zu Hause weiter zu vertiefen, können Sie hier als kostenlosen zusätzlichen Service produkt- und herstellerneutrale Informationstexte einsehen. Fast alle Krankheitsfelder, Risikofaktoren bzw. Präventionsbereiche werden durch eine Broschüre abgedeckt.

Neurodermitis – wenn die Haut verrücktspielt

Trockene, rissige Haut und quälender Juckreiz – das sind die typischen Symptome der Neurodermitis, die auch als atopisches oder endogenes Ekzem bezeichnet wird. Die Beschwerden treten meist in Schüben auf und sind die Folge akuter Entzündungsreaktionen der Haut. Schätzungen zufolge leiden fünf Prozent der Deutschen unter Neurodermitis, Tendenz steigend. Meist beginnt die Erkrankung schon im Kleinkindalter, sie wird sowohl durch genetische Faktoren als auch durch Umwelteinflüsse ausgelöst.

Eine Heilung ist nach heutigem Stand der Medizin zwar nicht möglich, wohl aber können moderne Therapieformen die Symptome erheblich lindern und die Häufigkeit der Krankheitsschübe reduzieren.

Diese Broschüre informiert Sie umfassend über mögliche Auslöser der Hautreaktionen und wie man ihnen effektiv begegnet. Sollten Fragen offen bleiben: Ihr A-plus-Team berät Sie gern.

Ursachen der Neurodermitis

Eine Vielzahl von inneren und äußeren Faktoren kann die typischen Hautreaktionen auslösen oder verstärken. Sie zu kennen ist Voraussetzung, um Krankheitsschübe zu lindern oder ihnen vorzubeugen.

Innere Faktoren

  • Bei der Neurodermitis handelt es sich – ähnlich wie bei einer Allergie – um eine überschießende Abwehrreaktion des Körpers. Entsprechend weisen die Betroffenen – im Vergleich zu Gesunden – Veränderungen im Immunsystem auf.
  • Neurodermitis tritt familiär gehäuft auf. Das heißt, Kinder von betroffenen Eltern haben ein dreifach erhöhtes Risiko, ebenfalls zu erkranken.
  • Die Haut ist durch einen verminderten Harnstoffgehalt und eine herabgesetzte Talgproduktion gekennzeichnet, was zu der meist trockenen, schuppigen Haut führt.
  • Durch eine geschädigte Darmflora ist die Darmfunktion häufig beeinträchtigt.
  • Oft lassen sich psychische Auffälligkeiten feststellen, wobei schwer zwischen Ursache und Wirkung zu unterscheiden ist.

Äußere Faktoren

  • Allergien auf Lebensmittelinhaltsstoffe.
  • Infektionen mit Pilzen, Viren oder Bakterien.
  • Unspezifische Reize wie Temperaturwechsel, Wolle oder rauhe Stoffe, Seifen, Haushaltschemikalien und Waschmittel.
  • Stress, etwa in Beruf oder Familie.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Eine wirkungsvolle Therapie sollte die akuten Beschwerden des Patienten (Juckreiz und Entzündungen) lindern. Darüber hinaus sollte sie aber auch an den Ursachen ansetzen und damit weiteren Krankheitsschüben vorbeugen.

Antientzündliche Maßnahmen

Glukokortikosteroide („Kortisonpräparate“) sind die wichtigste entzündungshemmende Wirkstoffgruppe, die bei Neurodermitis eingesetzt wird. Zudem wirken sie auch stark juckreizstillend. Sie werden als Creme oder Salbe, bei schweren Schüben eventuell auch als Tablette verabreicht. Sie werden nicht dauerhaft angewandt, sondern bei der Behandlung von akuten Schüben oder bei der sogenannten Intervalltherapie vorbeugend in regelmäßigen Abständen aufgetragen. Bei den heute üblichen Wirkstoffen kommt es bei richtiger Anwendung kaum noch zu Nebenwirkungen wie dünner werdender Haut oder Hautveränderungen.

Seit einigen Jahren sind als Alternative Salben mit den Wirkstoffen Pimecrolimus und Tacrolimus verfügbar. Ihr Vorteil ist, dass sie nach derzeitigem Wissensstand die Haut auch bei dauerhafter Anwendung nicht ausdünnen. Allerdings haben auch sie Nebenwirkungen und die Erfahrungen in der Anwendung sind noch nicht sehr umfangreich. Sie werden daher vorwiegend dann eingesetzt, wenn Glukokortikosteroide nicht verwendet werden können oder nicht ausreichend wirken. Sie sind wie die meisten Kortisonpräparate rezeptpflichtig und eignen sich für Patienten ab zwei Jahren. Während ihrer Anwendung muss UV-Licht gemieden werden. Bei längerem Aufenthalt im Freien sollte ein hoher UV-Schutz auf die Haut aufgetragen werden.

Leukichthol ist ein Produkt, das aus Schieferöl hergestellt wird und eine antientzündliche Wirkung hat. Cremes mit diesem Inhaltsstoff werden vor allem zur Nachbehandlung von abklingenden Ekzemen oder bei geringer Ausprägung der Erkrankung verwendet. Nachteil ist der starke Geruch. Eine weitere antientzündliche Maßnahme stellt die Bestrahlung mit UV-Licht bestimmter Wellenlängen (UVA und UVB) nach ärztlicher Vorgabe für Patienten ab 16 Jahren dar. Die Behandlung sollte nicht gleichzeitig mit der Anwendung von Medikamenten erfolgen, die das Immunsystem unterdrücken.

Behandlung des Juckreizes

Der quälende Juckreiz ist es oft, der Neurodermitis-Patienten das Leben besonders schwer macht. Hinzu kommt, dass er einen Teufelskreis in Gang setzen kann: Wer kratzt, schädigt seine Haut weiter und sie juckt dann noch mehr. Der Behandlung des Juckreizes kommt daher eine große Bedeutung zu.

Hilfreich können feuchte Umschläge sein, eventuell mit Substanzen, die gerbende Wirkung (z.B. Schwarztee, Eichenrinde, Hamamelis) haben.

Cremes und Salben mit dem Wirkstoff Polidocanol wirken lokal betäubend und lindern so den Juckreiz. Eine Kombination mit Harnstoff spendet Feuchtigkeit und wirkt dem Austrocknen der Haut entgegen.

Auch oral verabreichte Antihistaminika können helfen. Sie lindern den Juckreiz, indem sie verhindern, dass der von Abwehrzellen freigesetzte Botenstoff Histamin seine Wirkungen entfaltet. Sie werden in Ausnahmefällen vom Arzt verordnet.

Basispflege

Patienten mit Neurodermitis sollten ihre Haut täglich mit rückfettenden und feuchtigkeitspendenden Pflegeprodukten schützen. Die symptomfreien Phasen können dadurch verlängert und so der Bedarf an wirkstoffhaltigen Cremes und Salben reduziert werden. Harnstoff als Zusatz, der die Feuchtigkeit in der Haut zurückhält, hat sich sehr bewährt. Ebenso hochkonzentrierte, wertvolle Omega-6-Fettsäuren aus Nachtkerzensamen- oder Traubenkernöl, da sie den hauteigenen Barriereschutz stärken und so die Haut widerstandsfähig und geschmeidig machen.

Allgemein sollten Pflegecremes frei von Duft- und Konservierungsstoffen sein. Zur Häufigkeit der Anwendung von Pflegepräparaten gilt die Grundregel: Zweimal pro Tag, plus nach jeder großen Wasseranwendung.

Ob eher eine Salbe oder eine Creme zum Einsatz kommt, hängt vom Hautzustand, den betroffenen Körperstellen, von dem Patientenalter und der Jahreszeit ab. Je besser der Hautzustand, desto fetthaltiger kann das Pflegemittel sein. Ist die Haut dagegen entzündet und juckt, sind wässrigere Cremes zu bevorzugen, da sie durch die Verdunstungskälte die Symptome lindern.

Heißes Wasser und Seife lassen die Haut austrocknen. Zur Hautreinigung sind seifenfreie, pH-neutrale Produkte am besten geeignet. Duschen oder Baden ein- bis zweimal pro Woche ist vollkommen ausreichend. Die Dusche sollte kurz sein und kühl beginnen. Durch den Kältereiz wird der Körper angeregt, Kortison zu produzieren. Dieses wirkt entzündungshemmend und damit juckreizstillend. Danach können Sie warm bei 30 °C duschen, Wechselduschen wirken durchblutungsfördernd.

Beim Baden sind leicht erniedrigte Wassertemperaturen (etwa 34 °C) und kurze Badezeiten zu empfehlen. Als Badezusatz eignen sich so genannte spreitende Ölbäder. Sie hinterlassen einen feinen Film auf der Haut.

Ergänzende Therapien

Gesunde Ernährung

  • Achten Sie auf eine ausgewogene, vollwertige Ernährung. Die wichtigsten Grundregeln: Zucker meiden, Fleisch und tierische Fette in Maßen genießen. Stattdessen viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukte und mindestens einmal die Woche frischen Seefisch verzehren.
  • Lassen Sie Nahrungsmittelallergien abklären. Vorsicht ist bei Lebensmittelzusätzen geboten, die so genannte Schein-Allergien auslösen können.
  • Vitamine und Mineralstoffe sollten idealerweise in Abhängigkeit vom Ergebnis einer Blutanalytik zugeführt werden. Häufig fehlen dem Neurodermitiker Kalzium, Selen, Zink sowie die Vitamine A, C und Folsäure.

Psychotherapie

  • Neurodermitis ist keine psychische Erkrankung. Aber: Die Erkrankung ist psychisch sehr belastend, außerdem können psychische Belastungen Krankheitsschübe auslösen. Ziel aller Therapien ist es, den Betroffenen zum positiven Umgang mit der Neurodermitis anzuleiten. Das gibt ihm das Gefühl, der Krankheit weniger ausgeliefert zu sein. Bewährt haben sich unter anderem:
    • Entspannungstechniken (autogenes Training, progressive Muskelrelaxation). Diese helfen beim Unterdrücken des Juckzwangs durch „Beruhigung“ des Nervensystems. Außerdem wird erlernt, innere Spannungen zu lösen, auch das lindert den Juckzwang.
    • Kratzkontrolltechniken. Hier wird unter anderem geübt, auf Juckreiz nicht mit Kratzen, sondern mit anderweitigen Berührungen, etwa Druck mit der flachen Hand, oder, noch besser, mit Ablenkung zu reagieren.
    • Selbstsicherheitstraining oder Verhaltenstherapie. Beides kann helfen, Probleme bei der Beziehungsgestaltung mit anderen sowie Schwierigkeiten mit dem eigenen Selbstwertgefühl zu lösen.

Klimakuren

Kuraufenthalte im „Reizklima“ an der Meeresküste oder im Hochgebirge bringen oft Linderung. Aufenthalte von vier bis sechs Wochen sind empfehlenswert. Im Idealfall werden sie, sofern nötig, mit einer Ernährungsumstellung kombiniert.

Mikrobiologische Therapie

Die mikrobiologische Therapie als immunregulierendes und entzündungshemmendes Verfahren kann durch den Einsatz verschiedener Bakterienstämme die Darmflora stabilisieren und so das Immunsystem stärken.

Weitere Tipps

  • Falls eine Reaktion auf bestimmte Nahrungsmittel wie Hühner- oder Kuhmilcheiweiß bekannt ist, müssen diese unbedingt vermieden werden. Wichtig ist, auch solche Lebensmittel zu meiden, in denen diese Eiweiße in versteckter Form vorkommen.
  • Bei Säuglingen im ersten Lebensjahr sollte auf Nahrungsmittel mit hohem Allergenpotential (Kuhmilch, Hühnereiweiß, Nüsse, Zitrusfrüchte) verzichtet werden. Auch später sollten sie nur in Maßen verzehrt werden.
  • Gefährdete (Neurodermitis bei den Eltern) beziehungsweise erkrankte Kinder sollten mindestens sechs Monate gestillt werden.
  • Stoffe mit unregelmäßiger, rauer oder wolliger Oberfläche irritieren die Haut. Glatte Gewebe sind angenehmer zu tragen.
  • Textilien, die zum Wärmestau führen, sollten gemieden werden. Geeigneter ist temperaturregulierende Unterwäsche.
  • Latexfasern in Unterwäsche und Badebekleidung können Allergien hervorrufen. Meiden Sie auch Lederartikel, die mit Chromsalzen gegerbt sind.
  • Neue Kleidung vor dem ersten Tragen immer waschen. Auf Weichspüler grundsätzlich lieber verzichten.
  • Empfehlenswert sind milbendichte Bettbezüge.
  • Wäsche am besten „kochen“, um Salbenreste gründlich zu entfernen.
  • Versuchen Sie auf Juckreiz nicht mit Kratzen, sondern zum Beispiel mit Klopfen oder Drücken mit der flachen Hand zu reagieren.

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